Offenes Bein – Wenn Wunden nicht heilen

Der Begriff "Offenes Bein" für die Erkrankung Ulcus cruris ist etwas irreführend, da er Bilder von komplett verwundeten Gliedmaßen heraufbeschwört. Dennoch ist das nicht falsch, denn Ulcus cruris ist der medizinische Fachbegriff für eine schlecht heilende Wunde am Unterschenkel. Diese befindet sich meist am Innenknöchel und ist das Ergebnis einer unbehandelten, oft jahrelang vorhandenen Venenschwäche oder einer Durchblutungsstörung. Etwa drei Prozent der Bevölkerung sind zumindest latent von einem Ulcus cruris bedroht, da bei ihnen Durchblutungsstörungen vorhanden sind. Meist tritt die offene Wunde bei älteren Personen auf.

Ursachen: schlechte Durchblutung ist nur ein Faktor

Wird zu einem großen Teil Venenschwäche für ein Offenes Bein verantwortlich gemacht, können auch andere Störungen im Stoffwechselkreislauf die Ursache sein, wie etwa eine Thrombose. Für diese Faktoren ist wiederum eine Vielzahl anderer körperlicher Probleme die Ursache. Ihnen gemeinsam ist, dass der Bluttransport vom Bein zum Herzen gestört ist und die Beinvenen durch den ständigen Rücklauf stark belastet werden. Das Ergebnis sind eine schlechte Nährstoffversorgung und Sauerstoffmangel im Bereich der so gestörten Blutgefäße. Dies führt wiederum zu einer Erkrankung des Gewebes, die sich im ultimativen Fall dann als Offenes Bein meist am Innenknöchel zeigt. Diese Kausalkette entsteht nicht innerhalb weniger Wochen, sondern innerhalb von Jahren. Betroffene zeigen weit vorher die typischen Symptome einer Venenschwäche: Schweregefühle in den Beinen, Schwellungen, später Haut- und Gewebeverhärtungen.

Diagnostik: Hautveränderungen ernst nehmen

Sobald die Haut ungewöhnliche, braune Flecken im Beinbereich zeigt, sollte dringend ein Arzt konsultiert werden. Denn dann ist die Erkrankung weit fortgeschritten. Auch Gefäßzeichnungen im Fußbereich, die einem Spinnennetz ähneln (Corona phlebectatica), sind ein untrügliches Zeichen für ein Offenes Bein. Um sicherzugehen, fragt der Arzt nach bekannten Venenerkrankungen, Diabetes, bestimmten Allergien auf Arzneimitteln und Herzproblemen. Genauen Aufschluss ergibt dann eine Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße.

Therapie: Bewegung und Druck

Um ein Offenes Bein, beziehungsweise die zugrunde liegende Venenschwäche, zu behandeln, werden meist Kompressionsstrümpfe verschrieben. Bei stärkeren Störungen werden Kompressionsmanschetten mit starkem Druck angelegt. Diese Therapie kann aber nur in Verbindung mit viel Bewegung erfolgreich sein. Schon normales, aber häufiges Gehen bringt den Blutkreislauf in den Beinen in Gang und sorgt dafür, dass ein Ulcus cruris schneller abheilt. Hilft dies nicht, werden besonders störende Venen mittels Laserstrahl entfernt. Bei anderen Ursachen sind diese Behandlungsmethoden kontraindiziert, weshalb der Arzt dann zu anderen Therapiemaßnahmen greifen wird.

Medikamentös wird diese Therapie von Schmerzmitteln und eventuell Blutverdünnern begleitet. Bei Frauen ist es in vielen Fällen angeraten, auf die Einnahme der Antibabypille zu verzichten und sich nach Alternativen umzusehen. Die Wunde selbst wird mit speziell verschriebenen Cremes behandelt und muss regelmäßig nach Anleitung des Arztes gereinigt werden. Hier muss sich unbedingt an die Vorgaben gehalten werden, weil eine Eigentherapie die Symptome noch verschlimmern kann.

Vorbeugung: die Venen gesund halten

Um den Blutfluss nicht zu stören, sollten beim Sitzen die Beine niemals übereinander geschlagen werden. Übergewicht und andere körperliche Einschränkungen sollten reduziert, das Rauchen aufgegeben und sich regelmäßig bewegt werden. Besonders Menschen die beruflich oder körperlich bedingt viel sitzen, sollten regelmäßig ihre Beine untersuchen (lassen) und auf Warnsignale achten.

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